Jahresausblick Burgenland 2024

Im Burgenland drosseln Inflation und Kreditbedingungen den Immobilienmarkt, wobei gebrauchte Häuser stärker von Preisrückgängen betroffen sind als neu errichtete Projekte im Norden.
Jahresausblick Burgenland 2024
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Status quo

Die aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten, die Inflation und die strengeren Kreditvergaberichtlinien sind auf dem burgenländischen Markt ebenso zu spüren, wie in den restlichen Bundesländern. Die Suchenden sind sehr vorsichtig geworden und bei der Wahl ihrer Objekte sehr selektiv. So zeigt sich bei gebrauchten Immobilien, dass immer mehr auch die Sanierungskosten hinterfragt werden, vor allem, was den Einbau alternativer Energieträger betrifft. Das hat dazu geführt, dass es speziell bei den gebrauchten Immobilien in der vergangenen Zeit starke Abschläge gegeben hat. Das hat damit zu tun, dass mittlerweile viel stärker auf die Energie- und Betriebskosten geachtet wird. Hier sind in der Regel alte Gas- oder Ölheizungen eingebaut, die jetzt nicht mehr zeitgemäß sind. Auch die Baupreise bei Einfamilienhäusern haben sich entsprechend verteuert, weshalb viele InteressentInnen derzeit mit der Umsetzung ihres Wohntraumes zuwarten.

Stabile Preise

Im Gegensatz dazu zeigt sich, dass Wohnungen in neu gebauten Projekten mit einer guten Verkehrsanbindung nach Wien und einer entsprechenden Infrastruktur für das tägliche Leben relativ stabile Preise aufweisen. Dazu kommt, dass diese Neubauten schon in Bezug auf Nachhaltigkeit ein sehr hohes Niveau haben, da auf diese Aspekte in den vergangenen Jahren von den Bauträgern verstärkt geachtet wurde. Das macht sich vor allem bei den Betriebskosten bemerkbar, die in der letzten Zeit in den Fokus der Käufer:innen gerückt sind.

Zweigeteilter Markt

Generell bleibt der Immobilienmarkt weiterhin zweigeteilt: in einen teureren Norden und einen günstigeren Süden. Das höhere Preisniveau im Norden hat nicht nur mit der leichten Erreichbarkeit Wiens zu tun, sondern auch damit, dass in den letzten Jahren hier sehr viele Neubauprojekte auf dem neuesten Stand der Technik errichtet wurden. Zwar ist auch hier die Nachfrage zurückgegangen, doch wer Neubau kauft, weiß, was energietechnisch zu bekommen ist. Das macht derzeit die Stärke des Neubaus aus.

Gute Chancen

Wer derzeit das Geld für den Kauf einer Immobilie hat, für den zeigt sich ein sehr spannender Markt. Es gibt viele Angebote und wenig Nachfrage. Wir können daher derzeit von einem klassischen Käufermarkt sprechen. Damit haben die Suchenden auch mehr Zeit in ihrer Entscheidungsfindung. Wer die finanziellen Mittel hat, sollte überlegen, ob nicht jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um im Burgenland Eigentum zu erwerben.

Das Luxussegment ist im Burgenland spärlich ausgeprägt. Dennoch gibt es zum Beispiel im Südburgenland große Liegenschaften, die doch Liebhaberpreise über eine Million Euro erzielen. In diesem Segment halten sich sogar die Preise, beziehungsweise, sind die Rückgänge nicht so stark. Wer kauft, der tut dies meist mit einer geringen oder gar keiner Finanzierung.

Im Burgenland sind in den vergangenen fünf Jahren die Preise für neu gebaute Wohnungen gestiegen. Im Vergleich zu anderen Bundesländern war allerdings die Preissteigerung moderat. Kostete ein Quadratmeter Wohnfläche im Jahr 2018 durchschnittlich noch 1.739 Euro pro Quadratmeter, so waren es im Jahr 2023 2.223 Euro. Im Nordburgenland ist der durchschnittliche m² deutlich höher, dies liegt vor allem an der Nähe zu Wien und den zahlreichen Neubauprojekten die energietechnisch auf den neuesten Stand sind.

Erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe des Wohnen Magazins mehr über die Entwicklung in den anderen Bundesländern.