Bundesländerreport 2025 - Niederösterreich

In Niederösterreich könnte 2025 eine Verknappung an neuem Wohnraum entstehen, da weniger Neubauprojekte fertiggestellt werden und das bestehende Angebot langsam abnimmt.
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Bundesländerreport 2025 - Niederösterreich
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„Das Jahr 2024 war durchwachsen, die Situation hatte sich jedoch in der zweiten Jahreshälfte etwas entspannt. Der Immobilienmarkt war geprägt von der Zinssituation und ihren Auswirkungen. Die Nach-frage konzentrierte sich daher auf leistbares Eigentum.“

Martina Gruber, Leitung Region NÖ Mitte und NÖ Nord

Rückblick 2024

„Den niederösterreichischen Immobilienmarkt konnte man 2024 durchaus als lebhaft bezeichnen“, sagt Martina Gruber, Leiterin der Region NÖ Mitte und NÖ Nord. Die Auswirkungen der Turbulenzen am Immobilienmarkt waren hier nur schaumgebremst spürbar. Die Preise sind in ländlichen Regionen noch leistbar und haben die Nachfrage im leistbaren Preissegment bedient. Daher waren Einfamilienhäuser bis zu etwa 350.000 Euro weiterhin nachgefragt und wurden auch gekauft. Bei Wohnungen und Grundstücken reduzierte sich die Anzahl der Verkäufe jedoch spürbar. Das ist auf das Zögern der Anleger:innen, Häuslbauer:innen und Bauträger:innen zurückzuführen. Wer es sich leisten konnte, hatte die Auswahl, da vermehrt Objekte auf dem Markt waren. „Einerseits dauerte es länger, bis eine Immobilie verkauft worden ist, andererseits wurden Immobilien nicht mehr in der Hoffnung auf Wertsteigerungen zurückgehalten“, berichtet Gruber.

Ausblick 2025

Spannend wird es 2025 vor allem im Neubausegment bei Wohnungen, Reihenhäusern und Doppelhäusern. Im Jahr 2025 werden sich die Zahlen rückläufiger Baugenehmigungen aufgrund der gestiegenen Zinsen und Baukosten direkt in niedrigeren Fertigstellungszahlen niederschlagen. Viele Bauträger:innen haben ihre Projekte verschoben oder vorerst eingestellt. Noch ist vielen Menschen nicht bewusst, dass im Jahr 2025 signifikant weniger Neubauprojekte fertiggestellt werden. Nachdem das bestehende Angebot langsam vom Markt absorbiert werden wird, könnte es zu einer Verknappung an neuem Wohnraum kommen.

Trends und Regionen

Niederösterreich bietet eine große Bandbreite an verschiedenen Liegenschaften. Während die Stadtnähe sich meist in höheren Preisen niederschlägt, bietet Niederösterreich auch im leistbaren Preissegment lebenswerte Regionen. Wer naturnahes Wohnen sucht, wird im Bundesland definitiv fündig. Was hier in den letzten Monaten spürbar war, sind die Auswirkungen der Hochwasserereignisse vom letzten September. Es herrscht ein verstärktes Bewusstsein für Risikozonen.

Leistbar und nachhaltig

Da sich die Bauträger:innen um leistbares Wohnen bemühen, werden Projekte, die mit Baurecht angeboten werden, zunehmen. Auch bei den Baukosten wird im Kleinen das Einsparungspotenzial gesucht. Die Themen Leistbarkeit und Bodenversiegelung laufen auf eine verdichtete Bauweise hinaus und führen zu einer verstärkten Konzentration auf die Sanierung des Bestands.

Was in letzter Zeit spürbar war, sind die Auswirkungen der Hochwasserereignisse vom letzten September. Es herrscht ein verstärktes Bewusstsein für Risikozonen.

Nun ist es auch bei den Verkäufer:innen angekommen, die Zeit der ungebremsten Höhenflüge am Immobilienmarkt ist vorbei. Immobilien werden nicht mehr in der Hoffnung auf Wertsteigerung zurückgehalten. Wir beobachten jetzt schon am Markt eine Beruhigung. Die Preise bleiben relativ stabil, nur die Inflation wurde nicht mehr eingepreist.

Beim Kauf gebrauchter Wohnungen: Augen auf. Je nach Zustand des Hauses können hier hohe Betriebskosten oder künftige Sanierungen anfallen. Achten Sie bei älteren Einfamilienhäusern auf den baurechtlichen Konsens. Gerade in ländlichen Gebieten in Niederösterreich hat man es früher nicht immer ganz genau genommen. Unsere Makler:innen nehmen Einsicht in den Bauakt und prüfen die relevanten Unterlagen.

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