„Noch ist die Auswahl am Gebrauchtmarkt gut. Kaufinteressierte sollten die Gunst der Stunde nutzen.“
Christian Hagspiel, Geschäftsführer s REAL Vorarlberg
Der durchschnittliche Verkaufspreis von Wohnimmobilien ist in Vorarlberg 2024 gesunken. Während weniger Investitionen in Erstbezüge stattfanden, ist der Verkauf von gebrauchten Wohnungen und Einfamilienhäusern gestiegen. Seit der zweiten Jahreshälfte 2024 ermöglichen die Zinsreduktionen wieder mehr Vorarlberger:innen, sich den Traum von Wohneigentum zu erfüllen. Das steigerte die Nachfrage.
Der Bestandsmarkt hat für die meisten Käufer:innen nach wie vor ganz klar Vorrang vor dem Neubau-Erstbezug. Die Nachfrage nach gebrauchten Einfamilienhäusern und Wohnungen nimmt heuer weiter zu, aufgrund der eingeschränkten Kauftätigkeit in den Vorjahren ist das Angebot gut. Fallweise bekommt man gebrauchte Immobilien zu günstigeren Preisen als 2023. „Kaufinteressierte sollten die Gunst der Stunde nutzen“, empfiehlt Christian Hag-spiel, Geschäftsführer s REAL Vorarlberg. „Aufgrund des breiten Angebots haben sie am Gebrauchtmarkt eine gute Auswahl.“
Anders die Situation bei Neubauwohnungen: Vereinzelt gibt es zwar aufgrund von Fertigstellungen attraktive neue Wohnungen, etwa im Rheintal. Generell nimmt das Angebot aufgrund der geringen Bautätigkeit jedoch ab. Nachschub ist vielerorts Mangelware. Auch aufgrund der hohen Baukosten bleiben die Kaufpreise hoch. „Viele Interessent:innen nivellieren ihre Ansprüche nach unten und verzichten beispielsweise auf etwas Fläche, um sich eine leistbare Wohnung zu sichern.“ So seien in allen Regionen drei Zimmer auf 68 m² stärker nachgefragt als drei Zimmer auf 90 m².
Was der von einem breiten Angebot geprägte Gebrauchtmarkt und der knappe, aber für viele schwer leistbare Neubaumarkt gemeinsam haben: Die professionelle Vermarktung der Immobilie wird zum unverzichtbaren Asset. „Wir präsentieren Immobilien mit Drohnenaufnahmen und 360°-Kameras auf Immobilienplattformen und Social-Media Kanälen, aber auch in Zeitungen und Magazinen“, berichtet Christian Hagspiel. Denn egal, ob beim großem Immobilienangebot am Gebrauchtmarkt oder bei verhaltener Nachfrage im Neubaubereich: „Es ist wichtig, auf mehreren Kanälen präsent zu sein und mit sehr guten Präsentationen zu punkten.“
Weiter an Bedeutung gewinnen auch die Heizkosten. Was am Neubaumarkt Standard ist, ist am Gebrauchtimmobilien-Markt Trumpf: Gute Dämmwerte, moderne, umweltfreundliche Heizungen und „Extras“ wie eine PV- oder Solaranlage. Hat ein älteres Haus schlechte Dämmwerte und eine fossile Heizung senkt das den Preis oft beträchtlich, da die Käufer:innen sanieren müssen und die Betriebskosten überdurchschnittlich hoch sind.