Bundesländerreport 2026 - Kärnten

Der Kärntner Immobilienmarkt hat durch gesunkene Preise, niedrige Zinsen und steigende Einkommen neue Dynamik gewonnen, wobei sich Angebot und Nachfrage auf einer gemeinsamen, realistischen Preisebene treffen.
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Bundesländerreport 2026 - Kärnten
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"Suchende und Verkaufende haben eine gemeinsame Preisebene gefunden.“

Robert Haubiz, Geschäftsführer s REAL Kärnten und Osttirol

Neue Dynamik

Die Preise für Immobilien sind in Kärnten gesunken. Und zwar nicht nur in Relation zur allgemeinen Teuerung, sondern vielerorts auch nominal. „Die meisten Eigentümer:innen haben erkannt, dass die Preise der vergangenen Jahre nicht mehr realisierbar sind“, analysiert Robert Haubiz, Geschäftsführer von s REAL in Kärnten. Das hat, in Verbindung mit niedrigen Zinsen und steigenden Einkommen, neuen Schwung in den Kärntner Immobilienmarkt gebracht. Diese Bewegung setzt sich 2026 fort. „Die Nachfrage ist groß und das Angebot ausreichend. Viele Eigenmittel, die zurückgehalten wurden, werden nun verflüssigt“, berichtet Haubiz. Für 2026 rechnet er mit stabilen Preisen.

Gebrauchtimmobilien im Fokus

Im Einfamilienhausbereich sind vor allem gebrauchte Immobilien gefragt. Der Großteil der Interessent:innen hat eine gemeinsame Preisobergrenze: „Ab 400.000, fallweise 450.000 Euro, sind die meisten Objekte kaum zu vermitteln. Es sei denn, sie bieten einen absoluten Mehrwert“, erklärt Robert Haubiz. Für Nachschub an gebrauchten Objekten ist jedenfalls gesorgt: In vielen Regionen Kärntens findet ein Generationenwechsel statt. Die ältere Generation zieht in barrierefreie Wohnungen, das Angebot an sanierungsbedürftigen Häusern aus den 1960er- und 1970er-Jahren wächst. Entscheidend für die Attraktivität eines in die Jahre gekommen Hauses sind, neben der Verkehrsanbindung, auch die Faktoren Energieeffizienz und Betriebskosten.

Nahe der Koralmbahn wohnen

Die neue Koralmbahn, eine 130 Kilometer lange Zugverbindung zwischen Klagenfurt und Graz, wertet einige Regionen kräftig auf, z. B. St. Paul im Lavanttal: Die Preisrange bei Grundstücken beträgt 45 bis 100 Euro pro m2 – Tendenz stark steigend. Ähnlich dynamisch ist die Entwicklung in St. Kanzian am Klopeiner See. „Der Unterkärntner Bereich profitiert sehr stark von der Anbindung an Graz. Bauträger kaufen Grundstücke, auch im privaten Bereich tut sich hier sehr viel“, berichtet Robert Haubiz. Auch Wolfsberg dürfte im Zuge des Bahnausbaus einen Aufschwung erleben. Gleichzeitig gehen die Preise in weniger gut angebundenen Abwanderungsregionen – etwa Gurktal, Mölltal, Metnitztal – nach unten. Schöne, ruhige Regionen zum Wohnen, in denen man relativ günstig Immobilien erwerben kann.

Wohnungsmarkt

Der Kärntner Wohnungsmarkt ist von geringer Bautätigkeit, aber weiterhin hohen Preisen geprägt. Gute, leistbare Eigentumswohnungen sind vor allem am Sekundärmarkt zu haben, etwa in den Ballungsräumen Klagenfurt und Villach. „Am gefragtesten sind Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 50 und knapp 80 m2. Zunehmend auch für Familien, weil diese Wohnungen mit Preisen unter 400.000 Euro im leistbaren Bereich sind“, erklärt Robert Haubiz. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist hoch. Ein Grund dafür: Die Mieten sind stark gestiegen und werden wohl weiter steigen.

Tourismusregionen

In touristischen Gebieten rund um die beliebten Kärntner Seen sind Wohnungen mit aufrechter Ferienwohnsitzwidmung heiß begehrt. Ähnlich die Situation im alpinen Bereich, in den Wander- und Skigebieten. Egal, ob eher das Ufer oder der Gipfel lockt: Angebot und Nachfrage sind da wie dort gut. Speziell ist die Situation rund um den Wörthersee: Hier ist das Angebot groß wie schon lange nicht mehr. Viele hochpreisige Immobilien – gebrauchte und Neubauobjekte – sind auf den Markt gekommen. Allerdings fehlt es im hochpreisigen Segment zunehmend an Käufer:innen.

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