Das gesamte steirische Landesgebiet, also auch der Großraum Graz und die ländlichen Regionen, kann im ersten Halbjahr eine positive Entwicklung verzeichnen. „Der steirische Immobilienmarkt hat sich im ersten Halbjahr deutlich belebt. Die Transaktionszahlen sind spürbar gestiegen, während die Preise nur moderat gestiegen sind“, sagt Roland Jagersbacher, Geschäftsführer s REAL Steiermark.
Weiterhin wenig Bewegung gibt es beim Neubau, also im Bauträgerbereich. Die Nachfrage ist aufgrund der anhaltend hohen Preise sehr gering, das betrifft auch Anlegerwohnungen. Eine steigende Nachfrage hingegen gibt es für die eigene Wohnversorgung am Sekundärmarkt, für gebrauchte Einfamilienhäuser und Wohnungen, und dies ist mit einer leichten Steigerung der Verkaufspreise verbunden. Aktuell werden Wohnimmobilien vorwiegend im Preissegment zwischen 150.000 Euro und 450.000 Euro gesucht. Auffallend ist dabei die sehr hohe Preissensibilität der steirischen Käufer:innen: Ist eine Immobilie auch nur leicht über dem Verkehrswert am Markt, gibt es so gut wie keine Nachfrage. Sobald der Preis leicht korrigiert wird, ist auch die Nachfrage sehr hoch.
Zusammengefasst ist der steirische Immobilienmarkt derzeit sowohl hinsichtlich der Nachfrage als auch hinsichtlich der Preisentwicklung stabil. Für Verkäufer:innen bedeutet die aktuelle Situation allerdings etwas längere Vermarktungszeiten, während Kaufinteressierte von einem ausgewogenen Angebot profitieren können. Aus heutiger Sicht ist zu erwarten, dass die Marktsituation auch im zweiten Halbjahr unverändert bleibt.
Im Wohnimmobilienmarkt in Oberösterreich sind Eigentumsobjekte nach wie vor gefragt. Egal, ob das Einfamilienhaus oder die Eigentumswohnung, die Oberösterreicher:innen wollen irgendwann in den eigenen vier Wänden leben. „Die Investition ins Eigentum ist auch in krisenbehafteten Zeiten eine der sichersten Anlagen und beschert eine bessere Wohn- und Lebensqualität“, verdeutlicht Ernst Mittermair, Geschäftsführer s REAL Oberösterreich.
Kauf und Sanierung eines Bestandsobjekts bleiben eine bewährte Strategie, um zu einer leistbaren Wohnimmobilie zu kommen. Das Preisniveau ist attraktiv, ein breit gefächertes Angebot steht in nahezu allen Preislagen und Regionen zur Verfügung. Die Ansprüche werden an die Möglichkeiten angepasst, Pool oder Garage kommen, je nach Leistbarkeit, erst zu einem späteren Zeitpunkt. Sensibilität herrscht – auch im Altbau – für energiesparende Maßnahmen.
Die klassischen Hausbauer:innen gibt es wieder, aber nur auf niedrigem und regional unterschiedlichem Niveau. Wenig Nachfrage besteht nach klassischen Baugrundstücken mit Bauverpflichtung. Ohne Verpflichtung werden solche Grundstücke gern als Geldanlage oder für die nächsten Generationen gekauft. Auch im mehrgeschoßigen Wohnbau im Eigentum gibt es nach wie vor spürbare Zurückhaltung der gewerblichen Bauträger, abgesehen von Nischen oder dem Hochpreissegment. Deshalb ist der freifinanzierte Wohnbau derzeit kein Lieferant von Alternativen zur gebrauchten Eigentumswohnung, egal, ob innerstädtisch oder an der Peripherie.
Die Lage ist und bleibt einer der wichtigsten Entscheidungsfaktoren: Innerstädtisch wird die ruhige, kühle Grünoase gesucht, der kurze Weg zur Arbeit und die Angebote der Stadt. Das ideale Landleben will im nahen Umfeld der Bezirkshauptstädte mit entsprechender Infrastruktur wie Schulen, Ausbildungsstätten, medizinischer Versorgung, Einkaufs- und Kulturangeboten gefunden werden. Kompromisse sind da wie dort notwendig.
Mehr Immobilientransaktionen prägen den Immobilienmarkt in Kärnten. Diese Dynamik spiegelt sich allerdings nur zum Teil bei den Preisen wider, die im südlichsten Bundesland moderat gestiegen sind. „Hohe Lebensqualität und intakte Natur sind nach wie vor die Haupttreiber für den Zuzug nach Kärnten, das gilt sowohl für ländliche als auch für urbane Gebiete“, weiß Robert Haubiz, Geschäftsführer s REAL Kärnten.
Bestandswohnungen bringen neue Impulse: Gebrauchte Wohnungen in gutem Zustand und guter Lage sind durchaus ab 3.000 Euro pro Quadratmeter zu finden. Besonders nachgefragt sind gebrauchte Wohnungen in den Ballungsräumen Klagenfurt und Villach. Trotzdem bleiben die Preise in diesem Segment stabil und steigen langsam.
Unverändert schwierig ist die Lage für neu errichtete Wohnungen. Dieses Segment verzeichnet nach wie vor eine sehr niedrige Nachfrage. Grund dafür sind gestiegene Baukosten sowie mangelnde Grundstücke zu markttauglichen Preisen. Ebenso spürbar sind hier noch die strengeren Finanzierungsvorgaben.
Randlagen sind am Kärntner Immobilienmarkt nach wie vor geheime Schätze. In einigen Tallagen mit eingeschränkter Infrastruktur können Grundstücke ab 25 Euro pro Quadratmeter gefunden werden – optimal nutzbar für Menschen, die im Homeoffice arbeiten.