Die Halbjahresbilanz bestätigt die Entwicklung vom Jahresbeginn: Der Markt ist deutlich in Bewegung, die Zahl der Kaufabschlüsse steigt, die Preise ziehen in zentralen und besonders gefragten Lagen moderat an.
Während in vielen Bundesländern vor allem der Eigentumsmarkt im Fokus steht, befindet sich Wien aufgrund seiner hohen Mietquote von knapp 80 Prozent in einer besonderen Situation. Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist ungebrochen hoch, während das Angebot zunehmend unter Druck gerät. Das schlägt sich in gestiegenen Suchanfragen und der schnellen Vermittlung verfügbarer Wohnungen nieder. Steigende Mietkosten führen dazu, dass Eigentum für viele wieder mehr in den Fokus rückt.
„Wir sehen, dass das Interesse an Neubau-Erstbezugswohnungen langsam zunimmt. Kaufargumente sind vor allem nachhaltige Bauweisen und kluge Grundrisse, gepaart mit guter Lage“, weiß Michael Molnar, Geschäftsführer von s REAL Immobilien. Der Markt profitiert derzeit noch von den in den vergangenen Jahren fertiggestellten Neubauprojekten. Dieser Überhang wird sich in den kommenden ein bis zwei Jahren voraussichtlich deutlich reduzieren. Stadtentwicklungsprojekte gewinnen künftig weiter an Bedeutung: Quartiere wie der Nordwestbahnhof oder das Nordbahnviertel schaffen dringend benötigten Wohnraum. Gleichzeitig tragen Aufwertungen bestehender Stadtteile – etwa entlang der äußeren Mariahilfer Straße – dazu bei, die Attraktivität ganzer Grätzel nachhaltig zu steigern.
Auch der niederösterreichische Immobilienmarkt setzt im ersten Halbjahr 2026 seine positive Entwicklung fort: Die Nachfrage bewegt sich auf einem guten und stabilen Niveau, gleichzeitig steigt die Zahl der tatsächlichen Transaktionen deutlich an. Besonders gefragt sind Bestandsimmobilien, allen voran Einfamilienhäuser bis rund 400.000 Euro. Im Neubau-Erstbezugssegment ist das Angebot in vielen Regionen Niederösterreichs jedoch weiterhin begrenzt. Bestandsimmobilien sind gerade für Familien finanziell deutlich besser kalkulierbar und der Eigentumswunsch kann hier leichter umgesetzt werden.
Die Einschätzung des s REAL Immo-Guide Ost zu Jahresbeginn bestätigt sich: Besonders Regionen mit guter Infrastruktur und hoher Lebensqualität entwickeln sich weiterhin überdurchschnittlich positiv. „Aktuell profitieren vor allem jene Gemeinden, die eine gute Verkehrsanbindung mit hoher Wohn- und Lebensqualität verbinden. Für Käufer:innen ist die Kombination aus guter Erreichbarkeit, urbaner Infrastruktur und gleichzeitig attraktiver Wohnqualität das entscheidende Kriterium bei der Immobiliensuche“, so Nino Lutz, s REAL Prokurist und Regionalleiter Wien und NÖ Ost/Mitte.
Zu besonders attraktiven Regionen mit gut ausgebauter Infrastruktur zählen etwa Krems und das Umland, Korneuburg und Hollabrunn, Wiener Neustadt und Bruck an der Leitha sowie die Regionen rund um Tulln und St. Pölten.
Der Immobilienmarkt im Burgenland zeigt sich Mitte 2026 wieder deutlich stabiler als in den beiden Vorjahren. Bessere Finanzierungsbedingungen und gesunkene Baukosten haben zu einer höheren Nachfrage geführt. Die Preisrückgänge aus den Jahren 2023 und 2024 scheinen überwunden, die damaligen Höchstpreise wurden allerdings noch nicht wieder erreicht. Im Fokus der Käufer:innen stehen gebrauchte, sanierte und nachhaltige Immobilien.
Generell bleibt der Markt im Burgenland weiterhin zweigeteilt: Im teureren Norden profitieren besonders die Bezirke rund um Neusiedl am See und Eisenstadt von der Nähe zu Wien. Die Nachfrage ist hoch, viele geförderte Neubauprojekte werden errichtet. Der günstigere Süden bietet mit Regionen wie Güssing, Jennersdorf und Oberwart Chancen für preisbewusste Käufer:innen.
Bernhard Klikovits, Leitung der Regionen Burgenland und Niederösterreich Süd, erklärt: „Wer eine passende Immobilie findet und sie sich leisten kann, sollte 2026 nicht mehr zu lange zögern.“ In gefragten Lagen und bei Einfamilienhäusern sind leichte Preisanstiege zu erwarten, während die Preise in weniger attraktiven Regionen stagnieren könnten.
Weitere Faktoren, die für eine weiterhin gute Entwicklung sprechen, sind die steigende Einwohnerzahl im Nordburgenland, der zunehmende Pendlerverkehr Richtung Wien und das begrenzte Angebot an Baugrundstücken in beliebten Gemeinden. Das größte Wertsteigerungspotenzial besteht zurzeit in den Gemeinden rund um den Neusiedler See – insbesondere Weiden, Jois und Podersdorf – sowie in Parndorf.